Gerichtsverfahren

Oldtimer, Youngtimer und Sportwagen sind – obwohl es sich in der Regel „nur“ um Kaufrecht oder Werkvertragsrecht handelt – juristische Spezialmaterie. In Gerichtsverfahren kommt es insbesondere darauf an, die technischen Zusammenhänge so klar darzustellen, dass das Gericht versteht, wo das Problem liegt und warum eine zu vertretende negative Abweichung des Ist- vom Sollzustand (Definition von Mangel) vorliegt – oder eben nicht. Nicht jeder Fehler an einem Fahrzeug muss auch ein Mangel im Sinne des Gesetzes sein.

Bei den Gerichten gibt es für Oldtimer, Youngtimer und Sportwagen allerdings keine Spezialkammern. Ein Richter wird daher nicht ohne weitere Erklärung die Bedeutung von „matching numbers“ verstehen, oder warum „ölfeucht“ bei einem Oldtimer etwas anderes bedeutet, als bei einem Neuwagen und auch der Unterschied zwischen einem Versicherungsgutachten und einem Verkehrswertgutachten kann nicht als bekannt vorausgesetzt werden. In Gerichtsverfahren geht es darum, diese Besonderheiten dem Gericht verständlich zu machen.

Gutachten

In vielen Fällen werden die Entscheidungen der Gerichte durch Gutachter vorbereitet. Auch hier gibt es viel zu beachten. Überlegt werden muss z.B., ob neben dem Gerichtsgutachten – ggf. schon viel früher – ein Privatgutachten eingeholt werden sollte. Im Gerichtsverfahren kommt den Fragen an den Gutachter besondere Bedeutung zu. Eindeutig ist die Sachlage nur in seltenen Fällen. Häufig genug kommt es darauf an, wie man die Fragen an den Gutachter formuliert, sowohl bei der Beantragung des Gutachtens als auch die Ergänzungsfragen, wenn das Gutachten schriftlich vorliegt und wenn der Gutachter im Rahmen einer mündlichen Verhandlung sein Gutachten erklärt und Fragen dazu beantworten muss. Ein paar Worte können hier entscheidend für den Ausgang des Verfahrens sein.

Beweissicherung

Wenn nach einem Kauf, einer Reparatur oder Restaurierung Mängel auftreten, kann eine selbständige Beweissicherung sinnvoll sein, um diese Mängel in einem schnellen Verfahren begutachten zu lassen und damit sicherzustellen, dass sie nicht aufgrund eines in die Länge gezogenen Verfahrens im relevanten Zeitpunkt (in der Regel die Übergabe des Fahrzeugs) nicht mehr feststellbar sind. An die Feststellungen dieser selbständigen Beweissicherung ist später des Hauptsacheverfahrens gebunden. Das selbständige Beweisverfahren ist eine besondere Verfahrensart, die andere Strategien und Vorgehensweisen verlangt, als ein normaler Prozess.